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Logistik Definition & Erklärung - QTRADO Logistik-Wiki

Logistik ist das Rückgrat der Wirtschaft: Sie beschreibt den Weg einer Ware vom Beschaffen der Rohstoffe über das Herstellen des Produkts bis zum Ausliefern. Die Empfänger sind Endkunden oder Geschäftspartner. Damit befindet sich die Logistik-Branche an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Handel und Endverbraucher.

Was ist Logistik?

Die Logistik plant, koordiniert und kontrolliert den Fluss von Rohstoffen, Produkten und Informationen. Sie sorgt dafür, dass die benötigte Ware in der vereinbarten Menge am richtigen Ort ankommt. Dahinter steht der Gedanke einer reibungslosen Versorgungskette vom Hersteller bis zum Kunden. Ein Synonym für logistische Prozesse ist der englische Begriff „Supply Chain Management“ (SCM).

Die Logistik ist Dreh- und Angelpunkt des modernen Wirtschaftslebens. Deutschland beschäftigt mehr als 3 Millionen Menschen in der Logistik. Damit liegt die Branche nach Handel und Automobilindustrie auf Platz drei. In der Regel sind mittelständische Logistikunternehmen und Konzerne in den Bereichen Spedition und Transport, Lager, Umschlag und Verpacken tätig. Insgesamt agieren 60.000 Unternehmen im Bereich der Logistik-Dienstleister. Der erwartete Umsatz liegt laut Statista im Jahr 2019 bei 279 Milliarden Euro.

Wortherkunft

Der Begriff „Logistik“ hat verschiedene Ursprünge:

  • Im Altgriechischen ist Logistik von dem Wort „logistikē“, auf Deutsch: „praktische Rechenkunst“, abgeleitet.
  • Das Französische „logistique“ bedeutet „Nachschub“.
  • Übersetzt aus dem Englischen heißt: „Logistics“ - „Nachschubwesen“.

Die historischen Wurzeln des Begriffs „Logistik“ gehen auf das französische Wort „loger“, auf Deutsch „Unterbringung“ und „Einquartierung“, zurück. Hier zeigt sich der Bezug zum Militärwesen beziehungsweise zu den Napoleonischen Kriegen (1792 – 1850), dem die Logistik entspringt.

Definition

Als Definition hat sich die Seven-Rights-Definition nach Grosvenor E. Plowman (1964)​​​​​​​ durchgesetzt. Er greift sieben wesentliche Aspekte heraus, die in der Transport-Logistik „richtig“ abzulaufen haben.

Er beschreibt Logistik als das Sichern der Verfügbarkeit

  • des richtigen Gutes,
  • in der richtigen Menge,
  • im richtigen Zustand,
  • am richtigen Ort,
  • zur richtigen Zeit,
  • für den richtigen Kunden und
  • zu den richtigen Kosten.

Einfacher gesagt: Logistik sorgen Dienstleister für das Zustellen der Ware im Bestzustand zur vereinbarten Zeit am festgelegten Ort.

Die Kernaufgabe der Logistik besteht darin, dass der Transport, das Lagern, das Bereitstellen und das Beschaffen sowie das Verteilen von Waren funktionieren. Management und Kontrolle sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

Ziele der Logistik

Das kontinuierliche Optimieren der einzelnen Prozesse ist das vorrangige Ziel der Logistik.

Es geht darum,

  1. Kosten einzusparen,
  2. Service und Flexibilität zu erhöhen und
  3. die Transparenz zu verbessern.

Das perfektioniert die logistischen Produkte und Dienstleistungen. Das Abwickeln digitaler Aufträge trägt maßgeblich zum Erreichen dieser Ziele bei. Zu jedem Auftrag gehört eine Formularflut, wie Fracht- und Zollpapiere, die Dokumentation des Zustellens, Lieferscheine und Rechnungen.

Digitale Verwaltungssysteme funktionieren papierlos. Zugleich sinkt die Fehlerquote: Die manuelle Dateneingabe von Menschenhand ist fehleranfälliger.

Wesentlicher Treiber der Logistik ist die Globalisierung. Um konkurrenzfähig zu bleiben, muss die Branche mit den Ansprüchen der Wirtschaft mithalten. Es gilt, Waren schnellstmöglich zu verpacken, zu verladen, zu verschicken und zu transportieren. Das betrifft den B2C-Bereich (Business-to-Consumer) ebenso wie den B2B-Bereich (Business-to-Business).

Dem veränderten Einkaufsverhalten von Privatpersonen und Unternehmen gilt es, im Auge zu behalten:

  • Das Bestellen über Online-Portale verlangt flexible Logistik-Konzepte.
  • Das von den meisten Unternehmen bevorzugte „Lean Management“ (Deutsch: „schlankes Management“) verfolgt das Ziel, überflüssige Arbeitsschritte zu vermeiden. Statt auf Vorrat wird auf das Prinzip des „Just in time“-Lieferns gesetzt. Das heißt: Ein Auftrag geht ein, wenn unmittelbar Bedarf an der Ware besteht. Das setzt in der Logistik Pünktlichkeit und Präzision voraus.

Aus diesem Grund erhöht sich die Anzahl der Transporte, während sich das Transportvolumen reduziert.

Prozesse der Logistik / Logistik Kette

Die Logistikkette ist ein logistisches Netzwerk. Es erstreckt sich zwischen den Märkten des Produzierens, Lieferns und Verkaufens der Waren an End- und Geschäftskunden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen diesen Instanzen ermöglicht das reibungslose Befördern von Waren und Informationen.

In der Logistikkette lassen sich unterschiedliche grundlegende Prozesse unterscheiden:

  • Produktionsmanagement
  • Verwalten der Bestände
  • Nachfragemanagement
  • Abwickeln der Aufträge
  • Beschaffen

Dienstleistungen von B2B-Logistik

Zu den angebotenen Dienstleistungen innerhalb der B2B-Logistik zählen sogenannte „Value Added Services“ (Mehrwertdienste). Darunter fallen das Vormontieren oder Konfektionieren der Ware, das Einlagern und Verpacken. Der Hersteller benötigt kein eigenes Lager mehr. Durch IT-Schnittstellen behält er den Warenbestand und die Verkäufe im Blick.

Welche Arten von Logistik gibt es / Teilgebiete der Logistik

Die Logistik-Branche unterliegt einem ständigen Wandel. Durch das Differenzieren in bestimmten Bereichen entstehen neue Aufgabenfelder.

In der Betriebswirtschaftslehre teilt sich die Logistik in vier Subsysteme auf:

  • Beschaffungslogistik: Zuliefern und Beschaffen von benötigter Ware (Teilbereich der Inbound-Logistik)
  • Produktionslogistik: Planen, steuern und kontrollieren von Transport-, Umschlags- und Lagerprozessen
  • Distributionslogistik: (Vertriebs- und Absatzlogistik): Zustellen und Vertrieb von Gütern
  • Entsorgungslogistik: Rücknahme von Abfall, Retouren-Versand und Recycling

Diese vier Teilbereiche greifen ineinander.  

Die Ziele der Teilbereiche

Beschaffungslogistik

Die Beschaffungslogistik verfolgt folgende Ziele:

  • Versorgungssicherheit gewährleisten: Zuverlässige Lieferanten bedeuten eine hohe Transparenz und Dispositionsqualität.
  • Günstige Einkaufspreise erzielen: Durch den Einkauf bei mehreren Anbietern lassen sich bei Lieferanten günstige Preise aushandeln.
  • Lieferflexibilität einfordern: Kurze Lieferzeiten und kleine Bestände sorgen für hohe Flexibilität.
  • Qualität sicherstellen: Die eingekaufte Ware durchläuft Prüfstellen, um die Qualitätsstandards zu gewährleisten.
  • Niedrige Bestände, Zulaufs- und Lagerkosten realisieren: Lagerausrüstung und Lagerabläufe werden optimiert. Das ermöglicht kurze Belieferungsfristen.

Produktionslogistik

Zu den vorrangigen Zielen der Produktionslogistik gehören:

  • Verbessere Flexibilität (Menge und Produktionsprogramm)
  • kundennahe Produktion
  • Geringere Durchlaufzeiten
  • Kleinere Bestände, Sortimentsbreite und -tiefe
  • Optimale Transportwege in der Produktion
  • Geringere Herstellungskosten
  • Sinnvoller Mix aus Eigenproduktion und Fremdbezug („Make or Buy“)

Distributionslogistik

Zu den vorrangigen Zielen der Distributionslogistik gehören:

  • Vorhandensein von Produkten sicherstellen
  • Lager und Transportkosten senken
  • Strategisches Positionieren: Einfluss des Herstellers sicherstellen

Entsorgungslogistik

Zu den vorrangigen Zielen der Entsorgungslogistik gehören:

  • Vermeiden und Verringern von Abfall in der Produktion
  • Vermindern von Verpackungsabfall
  • Verbessern des Recyclings

Was sind die 6Rs der Logistik?

Die „6Rs“ stellen die grundlegenden Ziele der Logistik dar.

Sie bedeuten, dass…

  1. die richtige Ware, zum
  2. richtigen Zeitpunkt, in der
  3. richtigen Beschaffenheit und der
  4. richtigen Qualität zum
  5. richtigen Preis,
  6. am richtigen Ort eintrifft.

Mittlerweile sind weitere „Rs“ wie der richtige Service und das korrekte Verpacken entscheidend. Umweltfreundliches Verpackungsmaterial spielt heutzutage eine größere Rolle.

Was bedeutet Logistik 4.0

Durch das fortschreitende Digitalisieren steht der Kunde, nicht mehr das Produkt im Vordergrund. Die Logistik entwickelt sich im gleichen Atemzug wie die Industrie 4.0 zur Logistik 4.0. Sie unterstützt die Transporte zwischen Unternehmen sowie von Unternehmen zu Endverbrauchern. Zu diesem Zweck kommen digitale Technologien zum Einsatz, durch die logistische Prozesse transparenter und effizienter funktionieren.

Das Warenlager der Zukunft ist komplett automatisiert: Produkte treffen im Warehouse ein. Sensoren identifizieren die Ware. Nach einer Kontrolle von Qualität und Menge folgt das Einpflegen in das Lagerverwaltungssystem. Die einzelnen Stationen kommunizieren via Bluetooth. Aus diesem Grund sind Informationen über Anzahl und Position der Ware in Echtzeit abrufbar. Gehen Aufträge ein, erfolgt der Versand.

Fachleute fassen diese Prozesse unter dem Begriff „Lagerlogistik 4.0“ zusammen. Das digitale Warenlager ist das „Warehouse 4.0“.

Die Zahl steht für die vierte industrielle Revolution. Die Digitalisierung läutet ein neues Zeitalter ein.

Davor gab es drei andere industrielle Revolutionen:

  • Industrie 1.0: Mit der Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt beginnt die Industrialisierung in Europa.
  • Industrie 2.0: Das Ende des 19. Jahrhunderts markiert den Beginn der Massenproduktion.
  • Industrie 3.0: Konrad Zuse entwickelt 1941 den ersten Computer der Welt. Um 1970 prägen das Automatisieren und Rationalisieren die Wirtschaft. Der PC wird zum zentralen Element.

Das Internet der Dinge (Internet of Things) führt zu einem vollständigen Vernetzen von Produktion, Logistik und Kunden.

Technologische Grundlagen

Smarte Prozesse, Maschinen und Objekte organisieren sich selbst, sie überwachen und steuern Arbeitsabläufe. Durch dieses Vernetzen sind sie in der Lage, sich auszutauschen und dazuzulernen:

  • Das Lokalisieren von Produkten erfolgt durch GPS (Global Positioning System).
  • Zur Identifikation kommen Barcodes, die Radiofrequenzidentifikation (RFID) und Sensoren zum Einsatz.
  • Electronic Data Interchange (EDI), Internet und Telematik ermöglichen den elektronischen Datenaustausch.
  • Und cloudbasierte Rechnerarchitekturen (Cloud-Computing), Algorithmen und Apps.

Logistik 4.0 ermöglicht ein ganzheitliches Digital-Supply-Chain-Management.

Transportroboter

Aktuell transportieren und kommissionieren Roboter zum gegenwärtigen Zeitpunkt Ware eigenständig. Um sperrige Güter von einem Ort zum anderen zu transportieren, bilden sie Transportverbünde. Das entlastet das Lagerpersonal. Mitarbeiter brauchen ihre Arbeitsplätze nicht verlassen. Das spart den Unternehmen Zeit und Kosten und schont die Arbeitskraft.

Datenbrillen und Pick-by-Technologien

Wo früher analogen Picklisten während des Kommissionierens zum Einsatz kamen, übernehmen heute digitale Prozesse. Mitarbeiter finden den Standort der Ware durch Wearables wie Datenbrillen und Datenhandschuhe in einem Bruchteil der Zeit. Das senkt die Fehlerquote.

Zukunftstrends in der Warehouse-Logistik

  • Tragbare Stützroboter (Exoskelette) erleichtern dem menschlichen Lagerpersonal das Befördern schwerer Güter.
  • Autonom arbeitende Transportfahrzeuge und Maschinen übernehmen auf lange Sicht die körperliche Arbeit komplett. Der Mensch bleibt im Service ein unersetzbarer Ansprechpartner.
  • Dank Big Data und künstlicher Intelligenz (KI) sind Roboter programmierbar, dass sie autonom und selbstständig arbeiten.
  • Selbstlernende Systeme und Algorithmen ermitteln, wann Aufträge in Folge einer Werbekampagne eintreffen. Das sorgt für das Vorhandensein von benötigtem Personal und Ware zur richtigen Zeit.
  • Der Transport von Informationen ersetzt teilweise den Versand physischer Produkte. Wenn der Kunde die nötige Hardware besitzt, druckt er beispielsweise Ersatzteile mit Hilfe eines 3D-Druckers eigenständig aus. Das spart Lagerflächen und führt zu einer virtuellen Lagerhaltung.

Warum Logistik 4.0 für jedes Unternehmen zählt

Digitale Technologie beschleunigt die logistischen Prozesse. Das spart Kosten und sorgt für niedrige Fehlerquoten. Wer vorhat, wettbewerbsfähig zu bleiben, kommt um die Erfüllung der neuen Anforderungen nicht herum.

Der Prozess des Digitalisierens vollzieht sich schrittweise. Sind erste digitale Prozesse in Unternehmen vorhanden, lassen sich neue Technologien einfacher integrieren. Mit der Zeit entsteht das digitalisierte, komplett vernetzte Warehouse 4.0.

Die deutschen Logistik-Unternehmen befinden sich in verschiedenen Umsetzungsphasen der digitalen Transformation. Es gibt Firmen, die logistische Prozesse weiterhin analog organisieren. Andere setzen heute die aktuellsten Technologien ein. Sie bemühen sich um das vollständige Vernetzen mit Zulieferern, anderen Unternehmen, Dienstleistern und Kunden. Die Mehrheit bewegt sich zwischen diesen Extremen. Einer Studie des Fraunhofer Instituts zufolge erreicht die Branche der Logistik mehrheitlich Stufe Eins der digitalen Transformation.